MADE IN GERMANYby BURKHARD KUNZE

Ja wie - was? Unser weltberühmtes Markenzeichen soll weltweit, globalisierend nicht mehr auf unseren Produkten zu lesen sein? Ist das nicht furchtbar? Aber nein. Das ist gut so, sieht doch nicht gleich jeder, wo das Zeug herkommt, wenn es nicht gefällt, nicht überzeugt, nicht funktioniert, nicht präsent oder einfach doch zu teuer ist. Seien wir also froh, dass nicht immer gleich erkannt wird, das ist in Deutschland hergestellt. Da kann man doch nur von Glück-gehabt reden! Aber sind wir glücklich, haben wir die zufriedenstellende Lebensqualität erreicht? Meckern, ach, klagen wir nur auf hohem Niveau? Wie konnte es dazu kommen? Unschwer zu erklären. Mit der Stunde null (1945) musste Deutschland nicht nur abgemagert bis auf die Knochen weiter gehen, nein, es hatte auch noch große Lasten mitzutragen. Trotzdem, die Deutschen rafften sich auf, nahmen die Krücken der neuen Welt unter die Arme, spuckten in die Hände und legten los. Stück um Stück, weil sie nun einmal leben wollten und darum arbeiteten. So wurde ihr Leben immer besser. Speckgürtel um Speckgürtel legten sie an. Sie wurden runder und runder. Und sie merkten auch nicht, dass sie füllig wurden, sie wurden sogar übergewichtig. Obwohl oder gerade deswegen stürmten plötzlich viele weitere Zellen in Deutschland ein. Die Fettleibigkeit wurde jetzt zwar an einigen Stellen angegriffen und abgebaut. Was aber nicht bemerkt wurde, dass sich das Übergewicht auf die Herzen und Hirne gelegt hatten.   Viele Herzen kamen aus dem Takt, Herzkrankheiten haben zugenommen, Hirne begannen überzuhängen, so dass die klare Sicht versperrt wurde. Aber, wir wurden schlau, Fun und auf die eigene Wellness zu achten, unsere Schäflein im Trockenen zu wissen. Und wenn viel gefordert werden konnte, bediente man sich mit noch viel mehr. Wir sind verwöhnt, weltweit stürmend, denn wir können hin, wohin wir auch immer wollen, auch auf eine Insel, z. B. - im Baikalsee. Wundert es da noch, bei so vielen Speckgürteln, Hirnüberhang, dass sich die Made angelockt fühlte. Hier war doch gut fressen. Wenn hierbei immer wieder eine Schlagader abgebissen wurde, so dass das Herz still stehen musste, wen wundert das? Jedoch, hier war nicht von Herzinsuffizienz die Rede, z. B. bei einer Vermögenslage eines Schuldners, bei der die Gläubiger nicht ausreichend befriedigt wurden. Hier wurde von Insolvenz gesprochen, was Zahlungsunfähigkeit heißt. Zahlungsunfähigkeit wird wie ein Schiffsuntergang gesehen. Wer nicht untergehen will, wechselt das Schiff. Das jedoch funktioniert nur, wenn Seenot-rettungsmöglichkeiten in der Nähe sind. Was nicht bedacht wurde, fleißig und gründlich kann auch eine Made sein! Also gibt es sie doch, die Made in Germany.