| Der Begriff Elite
dröhnt zur Zeit durch das Land. Elite-Universitäten braucht das Land,
speziell mit mehr Geld bedacht, als üblich. Keine Rede davon, um welche
Art von Elite es sich handeln soll. Geht es um eine zukünftige Machtelite,
gar um eine Geburts- oder Werteelite? Das darf nicht wahr werden! Wenn in einer
Demokratie eine Elite (französisch), "zu lateinisch eligere
>>auslesen<<" (vgl. Brockhaus) die Geschicke Deutschlands
zukünftig führen soll, dann ist die Frage, wo denn diese Elite
entstehen soll? - richtig. Ausgewählte Universitäten seien der Ort
der Eliteerziehung? Aber Elite kann sich erst in der Praxis ausbilden und
ausweisen. Dort erst wird sich die Auslese herausbilden und beweisen
können. Aber nicht einmal der Wertekatalog steht für eine derart
verbindliche Orientierung fest. Wie überhaupt heute erst einmal wieder
klar zu stellen wäre, welche Werte überhaupt noch zu zählen
haben. Gehören die Herren Ackermann, Kirch, Kohl, Schröder, Mayer,
Merz und die vielen, vielen anderen zur Elite unseres Landes? Welcher
Maßstab ist bei diesen Personen anzulegen? Wenn für die
Weiterentwicklung unseres Landes eine Elite notwendig sein sollte, dann - auf
welcher Grundlage? Alle jetzt aktiv Verantwortlichen, haben sie je eine
Elite-Universität besucht? Und was hat die Elite-Ausbildung eingebracht
oder im praktischen Leben bewirkt? |
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Na gut, wenn man das und
jenes als Eliteleistung bezeichnen will, dann haben wir Elite in unseren
Reihen, das Leben und die Bildung haben ausgereicht. Es kann aber schlecht an
eine Tradition angeknüpft werden, die es so bei uns nicht gibt.
Schlagworte versperren den Blick für eine sich entwickelnde und vorhandene
Elite. Das Problem der Eliten ist eher, sie gelten als Störenfriede,
Querdenker, nicht unbedingt relevant, deswegen werden sie lieber in Nischen,
Ecken, am Rande geduldet. Und wenn sie doch hervortreten, als
Nobelpreisträger oder mit anderen Rühmlichkeiten, werden sie zu
Schmuck erklärt und benutzt, an Festtagen getragen. Aber im politischen
Alltag stellt man sie gern wieder in die Nischen zurück. Vielleicht ist
Herr Gerster Elite. Bekannt ist, dass leistungsfähige, berühmte Leute
auch eine persönliche Schattenseite haben, mit der man lieber nichts zu
tun haben will. Dann lieber Mittelmaß? Oder bedarf es nur des gekonnten
Umgangs mit derartigen Leuten, sie melken und gleichzeitig im Zaum halten.
Vielleicht brauchen wir in den sogenannten Elitekreisen Dompteure. Am besten
wäre es, jeder wäre sein eigener Dompteur. Demnach wäre Elite
dadurch ausgezeichnet, dass sie neben ihren fachlichen Fähigkeit und
überragende Leistungen vor allem die Fähigkeit besäßen,
das Tier in sich selbst zu bändigen. |