| ELITE IN DEUTSCHLAND Leserbrief zu "Alles abgespeckt" in EXTRATip vom 3. März 2004, S. 5 |
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| Allein in letzter Zeit häufen sich die Nachrichten aus dem Kasseler Rathaus, Kassel kleckert nicht nur, es kleckert auch noch daneben. Das allein schon macht skeptisch: kann Kassel gewinnen? Nachdem nun für die Neugestaltung des Bebelplatzes keine ausreichende Gelder vorhanden sind und die neue Königsplatzgestaltung abgespeckt werden muss, bleibt die Frage: was kann das Rathaus Kassel eigentlich? Im letzten Sommer tönte der Stadtbaurat Streitberger auf einer offiziellen Bürgerversammlung im Bürgersaal, wir, die Anwesenden, es waren ca. 30 Rentner und ein paar weitere Personen zugegen. Wir sollten uns "keine Sorgen machen, Geld für das Brunnenprojekt sei genug da, mehr als die Bürger immer glauben". Die Podiumsmitglieder sind Zeugen, der HR3-Studioleiter in Kassel moderierte diese prekäre Veranstaltung. Da stellt sich die Frage: stand die volle Summe einmal tatsächlich zur Verfügung, wenn Geld heute fehlt, war es nie da oder hat man sich im nachhinein anderweitig bedient? Wer weiß etwas? Die geplante Brunnenanlage ist eine verfehlte Gestaltung des Königsplatzes, ihre Verwirklichung rausgeworfenes Geld, Wasser gehört nicht auf den Königsplatz, wie ein Präsidiumsmitglied öffentlich feststellte, sich dann aber umfallen ließ. Wasser ist wie Holz, sie haben zwei Seiten, beide haben in der Anwendung ein kurzes Verfalldatum. Der Königsplatz mit den geplanten Wasserspielen wäre nach zwei bis drei Jahren genau so "versifft" wie die Holztreppe. Darum weg mit dieser Wasserkopfidee. Was tun die Städte angesichts leerer Kassen? Jede Kommune versucht es auf ihre Weise. Oldenburg z. B. will Geschäfte rings um ihr Schloss bauen. Bremen hat ein Space-Center als Attraktionspark fertiggestellt und erwartet jährlich 1 Mill. Besucher. Köln bewirbt sich nun auch noch als Kulturhauptstadt 2010. Kassel muss klotzen, wenn es noch etwas zu vermelden haben will, Geld in die Stadtkasse spülen soll und die Geschäftsleute, Unternehmen, das Handwerk wieder Umsätze melden sollen. Da reichen die bisherigen Prachtstücke, die Kassel zu bieten hat, einfach nicht aus. Und nur wenige wissen, dass die Spitzhacke schon einmal auf Kassel niedergegangen ist. Dem Himmelsstürmer wollen die Kasseläner, Kasselaner und Kasseler nicht folgen, sonst wären noch mehr abgewandert. Die Jugend , viele von ihnen wollen hier auch nicht alt werden. Was also bleibt, um Kassel noch zum "winner" zu bewegen? Kassel muss nicht dort eigenes Geld verplempern, wenn es möglich ist, weltweit zur Kasse zu bitten. Kaum eine Stadt hat mitten im Zentrum eine solche unentdeckte und unerschlossene Goldgrube wie Kassel mit dem Königsplatz. Der Königsplatz kann zu einem "echten Hingucker" werden, wenn es die Bürger nur wollen. Das Rathaus will nicht, aber wir Bürger dürfen als Bürgerinitiative (Gespräch mit dem Bürgermeister Junge) dafür sorgen, das der Königsplatz einen Leuchtturm erhält, der aus der Vergangenheit in die Gegenwart und weit in die Zukunft, über 2010 hinaus erstrahlt und die Menschen anlockt, zum Sehen, Fühlen, Erleben, neue Eindrücke sammeln, Begeisterung, Spannung, Lust, Lebensfreude, Nachdenklichkeit und das Glücksgefühl. Man trifft sich, lernt sich kennen, unternimmt etwas zusammen in der Stadt und und und. So kann Kassel nur noch gewinnen, weil es sich einen Leuchtturm leistet, den es in dieser Weise weltweit noch nicht gibt. Die Einzigartigkeit wird nicht nur die Bürger in Kassel und das Umland beglücken, wir haben etwas vorzuweisen was einmalig ist, nein Deutschland und der Rest der Welt wird staunen und einmal auf sich aus guten Grunde stolz sein können, Transrapid hin, documenta her. Sie und alles andere in Kassel brauchen ein neues Funkfeuer! Wer sich das Foto vom Königsplatz auf dem Extra-Tip am Mittwoch, vom 03.03.04 auf dem Titelblatt ansieht, muss erschrecken. Bekanntlich ist die Winterzeit auch eine Jahreszeit und bei uns währt sie ziemlich lange. | Und dieser trostlose Anblick und Platz birgt einen Goldschatz? Nicht zu glauben und dennoch wahr. Dem Königsplatz fehlt der Königsring! Ein Königsring würde viele Miseren Kassels auflösen, Kassel in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Die in Kassel sind clever, die haben es begriffen usw. ! Der Königsring ist eine Rundmauer, mit Türen und Fenstern, von Architekten mit Vorstellungskraft, Vision, Intelligenz und dem entsprechenden know how zu entwerfen. Virtuelle Modelle werden das beweisen können. Architekten, die es nur gewohnt sind, "ihre Häusle" zu bauen und bei größeren Ideen in die wirre Abstraktion ihres philosophischen Gebrabbels abdriften, rammen ihren Kopf in die noch nicht ausgetrocknete Betonwand. Architekten und Künstler sind gefragt, die dem Königsring Gewichtigkeit und Leichtigkeit geben. So ist mit diesem Königsring ein Monument geschaffen, das vielerlei Effekte gleichzeitig erfüllt. Zunächst bietet er ein städtisches Raumgefühl, wie das für die Bewerbung 2010 verlangt wird.Das allein schon wird viele Menschen aus nah und fern, ja weltweit anlocken, weil man das einfach sehen will. Es handelt sich hierbei nicht um eine Körperwelt, sondern eine neue Stadtwelt. Ein riesiges Rund, mitten in einer Stadt, das auch viel zu bieten hat. Der Königsring bildet zwischen sich und den Anliegergebäuden eine ca. 8 - 10 m breite Gasse. Sie lässt sich mit vielen Boutiquen, Investoren von auswärts neu bestücken, durch den Ring entfallen tote Laufwinkel wie gegenwärtig. Viele Menschen ziehen nun einmal das Geschäft nach sich. Der Königsring um den Königsplatz herum ist natürlich auch gleichzeitig eine riesige open-air-festival-arena. Das ganze Jahr über werden sich Veranstalter weltweit finden, angeregt und inspiriert durch die Arena, Programme, Ideen und Events umzusetzen. So manche Uraufführung wird in Kassel stattfinden. Kassels geografische Lage, die Verkehrsanbindungen usw. werden die Besucher nach Kassel streben lassen. Das bedeutet, viel Geld strömt nach Kassel. Das zieht weitere Investoren nach Kassel. So lassen sich dann auch Vorhaben umsetzen, für die jetzt kein Geld da ist. Und wer soll das zahlen? Die Stadt und die Bürger nicht mehr als unbedingt erforderlich ist, um das Unternehmen "Bau des Kasseler Königsrings" (BKK) anzuschieben. Kassel ist 1943 grauenvoll zerstört worden. Wäre das nicht ein Grund, um in Kassel auf dem Königsplatz ein "Mahnmal gegen die Zerstörung von Städten" zu errichten? Ein Mahnmal, das gleichzeitig ein Ort der Lebensfreude ist, des Festes, der Feier, der Ausgelassenheit. Die Lebensfreude einer Stadt innerhalb eines Mahnmals, diese Verdichtung kann das Steelenfeld in Berlin und soll das auch nicht bieten. Die Zerstörung von Städten ist nach wie vor aktuell und noch nicht ausgestanden. Darum kann Kassel nicht anders, als ein Mahnmal, das gleichzeitig eine festival-arena ist, haben wollen, "wenn´s ums Geld geht!" Und wer soll das alles zahlen? Das erforderliche Baumaterial und Nebenkosten werden als Kaufpakete weltweit angeboten, zur Errichtung eines "Mahnmals gegen die Zerstörung von Städten". Wer wird weltweit sich diesem Angebot entziehen wollen? Als Gegenleistung ist verbindlich, jeder, der Baumaterial für den Königsring kauft, erwirbt das Recht, mit seinem Namen auf einer Tafel am Königsring verewigt zu werden. Und - wer will sich heute nicht verewigen wollen? Wie einfallslos es in Kassel zugeht, belegt auch die Renovierung des Herkules. Da haben sich Freunde gefunden, die die Sanierungskosten für den Herkules bezahlen wollen. Am Sockel des Herkules ist so viel Platz zur Verewigung mit dem eigenen Namen, im Nu wären die Kosten verteilt gedeckt. Aber so geht es in Kassel nicht zu. "Mäh sin mäh", mag ja sein, nur, auch das "mäh" braucht ein Grundstück, das nicht zum Auswandern zwingt, sondern das Überleben sichert. Darum muss Kassel aufspecken, zunehmen! | |